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Veröffentlicht auf Nachrichten der Ortenau – Offenburger Tageblatt
https://www.bo.de/lokales/kinzigtal/privatsammlung-im-museum-schloessle-oeffnet-die-tore
Autor: Tobias Lupfer

Privatsammlung im »Museum Schlössle« öffnet die Tore

Junge Kunst ist die große Leidenschaft von Helge Gerken – und die will er mit Kunstfreunden im Kinzigtal teilen: Am Sonntag startet im privaten »Museum Schlössle« in Wolfach die zweite öffentliche Ausstellung.

17.09.2015
Wolfach

Das kleine und im Kinzigtal bislang noch recht unbekannte »Museum Schlössle« öffnet am Sonntag, 20. September, seine Pforten zu einer neuen Ausstellung: »Positionen Deutscher Zeichner« lautet der Titel der neuen Schau in der Privatsammlung von Helge Gerken. Die Vernissage beginnt um 14 Uhr im Museum, Unterm Schlössle 5, in Wolfach – der Eintritt ist frei.

Das »Museum Schlössle« ist weder Museum noch Galerie, wie man es sich üblicherweise vorstellt – es ist vielmehr Hobby und Leidenschaft für die Kunst, die Helge Gerken mit der Öffentlichkeit teilen will: »Ich habe eine Privatsammlung«, erklärt Gerken. Untergebracht ist die in der einstigen Villa seiner Schwiegereltern. Das Haus ist rundum renoviert, doch vermieten oder gar verkaufen will das Paar nicht. »Ich sammle schon ziemlich lange, das ist meine Leidenschaft«, sagt Helge Gerken und resümiert: »Das ganze Haus ist voller Bilder und Skulpturen.«

2014 öffnete der Kunstfreund, Jahrgang 1937, die Türen zu seinem »Museum Schlössle« zum ersten Mal. »Da hab’ ich einfach mal die Nachbarn eingeladen.« Und: Sie kamen. Anfang Juni dann folgte die erste öffentliche Ausstellung im »Museum Schlössle« – mit Werken von Ehefrau Helga Gerken-Grieshaber, erfahrene Künstlerin und gebürtige Wolfacherin.

Auch in der zweiten Schau ist die Gattin vertreten, neben einer Auswahl an Stücken von gestandenen Künstlern und jungen Talenten. Peter Feiler, 1985 geborener Künstler aus Berlin, ist einer von ihnen. Ebenso wie Michael Wutz, Jahrgang 1979 und ebenfalls in Berlin lebend. »Unter anderem apokalyptische Bilder voller Suggestion«, umschreibt Gerken dessen Werke. Ganz anders und auffällig: Die Zeichnungen von Kinki Texas, ebenfalls Teil der Ausstellung.

Allen Künstlern gemein: Sie haben alle schon in der Galerie Gerken in Berlin ausgestellt – oder werden es im Fall von Kinki Texas im nächsten Jahr. Gegründet wurde die 2004 von Gerkens Tochter Tanja. »Das ist junge Kunst«, sagt Helge Gerken über seine Sammlung. Klassisch-moderne Künstler zählten nicht dazu. Und doch: Die Bilder ziehen an, strotzen zum Teil nur so vor Details – oder fordern den Betrachter mit ihrem schlichten, provokanten Stil. Ein bis zwei Ausstellungen im Jahr will Gerken künftig im »Museum Schlössle« gestalten. »Bevor ich die Bilder nur für mich habe . . . «

 


 

Veröffentlicht auf Nachrichten der Ortenau – Offenburger Tageblatt
https://www.bo.de/lokales/kinzigtal/helge-gerken-praesentiert-junge-kuenstler
Autor: Andreas Buchta

Helge Gerken präsentiert junge Künstler

Helge Gerkens »Museum Schlössle« öffnet seine Pforten für die Besichtigung von Teilen seiner Privatsammlung. Die Ausstellung »Positionen deutscher Zeichner« wurde am Sonntag eröffnet und ist noch bis zum 18. Oktober zu sehen.

22.09.2015
Wolfach

Er will seine Privatsammlung, die er schlicht »Museum Schlössle« nennt, jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst in einer Ausstellung präsentieren: Helge Gerken, der in den Räumen der einstigen Villa seiner Schwiegereltern in Wolfach einen geradezu unglaublichen Fundus an Werken moderner Kunst hortet, will seine Schätze der Öffentlichkeit zugänglich machen. Am Sonntag eröffnete er die Ausstellung »Positionen deutscher Zeichner«.

Schon wenn man das Anwesen betritt, grinsen einem Willi Tomes’ »Invasoren der Erde« entgegen, fasziniert Zeljko Rusics filigrane Skulptur aus Kirschholz und Ruud Kuijers »Geborstene Figur« liegt einem zu Füßen. »Ich habe so viele Skulpturen, dass ich gar nicht mehr dazu komme, sie wegzuräumen«, sagt Hausherr Helge Gerken.

Entgegen dem Trend banaler Kunstdarstellung und öffentlichkeitswirksamer Ausstellungen bemühe er sich mit der Präsentation von Teilen seiner Sammlung um junge Künstler, die unbeirrt ihren Weg suchten – und dabei dennoch Erfolg hätten, erklärte Gerken seinem recht zahlreichen Publikum bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag.

Und diese Sammlung kann sich sehen lassen. Da sind etwa Werke von Peter Feiler vertreten, von Helga Gerken-Grieshaber, Kinki Texas und Michael Wutz. Peter Feiler ist mit seinen Visionen vertreten, bei denen das Psychische in den Mittelpunkt rückt und ihn zu gegensätzlichen künstlerischen Aussagen bringt: hier das Idyll eines schlafenden Jägers, dort die pervertierten Figuren auf dem »Müllmenschenmüll«. Oder Michael Wutz, Preisträger der Horst-Jansen-Stiftung, mit seinen tiefgründigen, den Betrachter beunruhigenden Zeichnungen. Oder Kinki Texas mit seinen provokativen Karikaturen, der einer pervertierten Gesellschaft den Spiegel vorhält. Und schließlich neue Arbeiten von Helga Gerken-Grieshaber, der Ehefrau des Galeristen. Und von der Decke hängen Objekte wie etwa das von Alexander Habisreutinger, das in filigraner Weise ein raumgreifendes Eigenleben zu führen scheint.

 


 

Veröffentlicht auf Nachrichten – Schwarzwälder Bote
http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.wolfach-entmaterialisierung-des-alltags.ba4a96b4-56c5-4dad-87cb-378c3fed28b1.html
Autor: Arwen Möller

 

Eine wahre Schatztruhe moderner Kunst hat Helge Gerken im „Museum Schloessle“ Wolfach zusammen getragen. Am Sonntag um 12 Uhr lädt er zur Vernissage der Schau „Die Entmaterialisierung des Alltags“.

26.02.2016
Wolfach

Wolfach. Ein schmiedeeisernes Törchen, eine Hortensie, rustikale Balken bilden den Rahmen für das erste Kunstwerk, zu dem der Besucher im Skulpturengarten des „Museum Schloessle Wolfach“ aufschauen kann. Beton-Abgüsse eines Mülleimers, Kanisters, Spülbeckens sind kompliziert aufeinander montiert.

Es ist genau diese Mischung aus Rustik-Schick der 1950er Jahre und moderner bis postmoderner Kunst, die sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung in und um das Haus unterm Schlössle 8 in Wolfach zieht und die deren einzigartigen Charme ausmacht.

„Es ist eine Liebhaberei“, meint Helge Gerken schmunzelnd. Der pensionierte Kunsterzieher hat an der Kunstakademie in Stuttgart studiert, dann in Hausach am Gymnasium gelehrt. Und bereits vor rund 30 Jahren angefangen, Werke moderner Künstler zu kaufen: auf den Jahresausstellungen von Akademiestudenten im gesamten deutschsprachigen Raum, aber auch auf Kunstmessen und im Ausland.

Er kann zu jedem Künstler, jedem Werk eine eigene Geschichte erzählen, in dem sympathisch-perfekten Nicht-Dialekt der Rheinregion um Mühlheim an der Ruhr, wo der gebürtige Berliner aufgewachsen ist. In den Schwarzwald hat es ihn durch die Liebe verschlagen. Auch seine Frau Helga Gerken-Grieshaber hat sich als Zeichnerin der Kunst verschrieben. Und die ältere Tochter der beiden ist Architektin, die jüngere betreibt seit rund 20 Jahren die Galerie Gerken in Berlin.

Dort, in den Berliner Ausstellungen hat der Wolfacher Sammler auch einige Werke zur aktuellen Schau „Die Entmaterialisierung des Alltags“ gefunden. Rund 30 Werke diverser moderner Künstler aus seinem Fundus sind dort zu sehen – unter ihnen viele in Kennerkreisen bekannte Namen, manche hat Gerken einst entdeckt. Doch es ist nicht allein die hochkarätige Kunst, die der Schau ihren Zauber verleiht. Es ist vor allem die persönliche Note, die dieses „Schlössle voller Kunst“ hat und die im kleinen an die großen Museen der ganz persönlichen Sammlungen erinnert.

 


 

Veröffentlicht auf Nachrichten der Ortenau – Offenburger Tageblatt
https://www.bo.de/lokales/kinzigtal/neue-ausstellung-im-museum-schloessle-wolfach
Autor: Janine Ak

Neue Ausstellung im »Museum Schlössle« Wolfach

Malerei wie Musik, moderne Hofgemälde und kritische Aquarelle sind ab Sonntag, 12. März, im Wolfacher »Museum Schlössle« zu sehen. Gezeigt werden Werke von Andreas Beck aus Hornberg, Gerhard Sauter aus Karlsruhe und Kinki Texas alias Holger Meier aus Bremen.

08.03.2017
Wolfach

Helge Gerken eröffnet in seinem privaten »Museum Schlössle«, Unterm Schloessle 5, in Wolfach am Sonntag, 12. März, eine neue Ausstellung. Beginn der Vernissage ist um 13 Uhr.

Die Ausstellung widmet sich drei zeitgenössischen Malern:  Andreas Beck aus Hornberg, Gerhard Sauter aus Karlsruhe und Kinki Texas alias Holger Meier aus Bremen. Die gebürtige Kubanerin Madarys Morgan aus Karlsruhe wird die Vernissage am Konzertflügel begleiten, unter anderem mit Werken von Johannes Brahms.

Die Verbindung von Musik und bildender Kunst ist passend, denn der 1943 in Riedlingen geborene Gerhard Sauter ist ein Künstler, der seine Inspiration im Wesentlichen in der Musik findet. So schreibt die Kunsthistorikerin Aloisia Föllmer aus Heidelberg über ihn: »Beim Anblick seiner Bilder wird der Betrachter unwillkürlich an die Musik erinnert. So macht der Künstler, der leidenschaftlich gern Klavier spielt, aus seiner Liebe zu Chopin und Skrjabin kein Geheimnis und bringt auf malerische Weise Harmonien und Disharmonien, schnelle und langsame Rhythmen, helle und dunkle Farbklänge zum Klingen.« Seine Werke werden dem abstrakten Expressionismus zugeordnet.

Nicht die Musik, sondern historische Figuren und Ereignisse inspirieren den 1969 geborenen Kinki Texas, der sich als »moderner Hofmaler« begreift, der »Ritter und Schlachten« malt, wie er 2013 in einem Interview dem »Franzmagazine« verriet, das er mit seinem umfangreichen Geschichtswissen verblüffte: »Meine Bilder sind eine Art höfische Malerei, bloß in die Moderne versetzt.« Anlässlich einer damaligen Ausstellung in Bozen in Südtirol äußerte er den Wunsch, seine Bilder mögen in Schlössern und Burgen ausgestellt werden. Nun kann er zumindest sagen, es in ein »Schlössle« geschafft zu haben.

Dritter im Bunde ist Andreas Beck, Theologe, Mediziner und Schriftsteller, der seine Tagebuchskizzen mit teils gesellschaftskritischen Aquarellen und Kugelschreiberwerken bestückt hat.

 


 

Veröffentlicht auf Nachrichten – Schwarzwälder Bote
http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.wolfach-geballte-farbe-und-virtuos-mit-pinsel.df28c882-4427-4581-b456-6145f5bcc474.html
Autor: Frank Schrader

Geballte Farbe und virtuos mit Pinsel

13.03.2017
Wolfach

In der hiesigen Kunstszene längst kein Geheimtipp mehr ist das „Museum Schloessle“ Wolfach von Helge Gerken. Abermals präsentierte der umtriebige Kunstsammler am Sonntag bei der Vernissage einen spannenden Einblick in seine umfangreiche Sammlung.

Wolfach. In der diesjährigen Frühjahrsausstellung stehen Werke von Kinki Texas, Andreas Beck und Gerhard Sauter im Fokus. Der Vernissage verlieh die Pianistin Madarys Morgan aus Karlsruhe einen besonderen Charme. Sie unterhielt die Gäste durch ihr perfektes, temperamentvolles Spiel mit flotten kubanischen Weisen und romantischer Musik von Brahms.

Und damit schlug sie auch gleich einen Bogen zur Kunst, die da zu sehen war, denn der Maler Gerhard Sauter ist selbst ein fähiger Pianist. Und so sind in seinen Werken durchaus auch musikalische Einflüsse zu erkennen. Seine ins Abstrakte strebenden Bildkompositionen quellen über vor geballter Farbig- und Beweglichkeit.

Eine Vorliebe für Portraits zeigt sich in den Werken von Andreas Beck. Mehrfach bannte er das Konterfei seines Freundes Martin Walser auf die Leinwand. Ein zu dessen 90. Geburtstag am 24. März entstandenes Portrait sollte dem Altmeister der deutschen Nachkriegsliteratur eigentlich im Rahmen der Vernissage übergeben werden, doch war dieser verhindert.

Kampf gegen Vergessen

Beck geht nicht nur virtuos mit dem Pinsel um, sondern hat sich auch mit Buchveröffentlichungen sowie als Theologe und Mediziner einen Namen gemacht. Mit besonderem Nachdruck kämpft er mit den ihm zur Verfügung stehenden künstlerischen Mitteln auch gegen das Vergessen und Verdrängen der deutschen Geschichte an.

Im Mittelpunkt steht dabei der wie Beck in Hornberg geborene SS-General Friedrich Jeckeln, der in Osteuropa für den Tod von rund 269 000 Menschen verantwortlich war und trotzdem bis heute in seiner Heimatstadt großes Ansehen genießt.

Mit dem Berliner Kinki Texas gesellt sich ein dritter Künstler von internationalem Rang hinzu. Bereits mehrfach im „Museum Schloessle“ zu sehen, begeistert er immer wieder durch seine fantasievolle Figurengestaltung, die sich mitunter des Grotesken bedient zur Visualisierung seiner künstlerischen Visionen.

50 Besucher genießen

Helge Gerken verstand es wie immer, mit seinen kurz gehaltenen Sätzen und Zitaten auf den Kern der jeweiligen Künstlerpersönlichkeiten hinzuweisen, ohne sich dabei in kunstgeschichtlicher Ernsthaftigkeit zu verlieren.

Die rund 50 Besucher der Vernissage zeigten sich rundum zufrieden mit den ausgestellten Werken. Sie genossen bei herrlichstem Sonnenschein die angenehm lockere Atmosphäre im „Museum Schloessle“, um sich bei Sekt und kleinen Häppchen dem ästhetischen Vergnügen von Formen, Farben und Musik hinzugeben.

 


 

Veröffentlicht auf Nachrichten der Ortenau – Offenburger Tageblatt
https://www.bo.de/lokales/kinzigtal/im-museum-schloessle-wird-am-sonntag-ausstellung-eroeffnet
Autor: Andreas Buchta

 

Im Museum Schlössle findet ab dem kommenden Sonntag eine neue Ausstellung in der Privatsammlung von Helge Gerken statt. Dabei sind Johanna K. Becker, Helga Gerken-Grieshaber, Kinki Texas und Michael Wutz.

06.10.2017
Wolfach

Einmal mehr überrascht Helge Gerken im kleinen aber feinen Wolfacher Museum Schlössle mit einer seiner interessanten Ausstellungen. Am kommenden Sonntag ab 13 Uhr ist die Vernissage: Die Einführung übernimmt Galerist Helge Gerken, die Musik steuert Helmut Neerfeld auf dem Akkordeon bei.

Die Ausstellungen im Museum Schlössle, Unterm Schlössle 5 in Wolfach, sind inzwischen fast schon legendär – ebenso wie die Vernissagen, die immer höchst unkonventionell und mit hochkarätiger Besetzung ablaufen.

Vier außergewöhnliche Maler, in einschlägigen Kreisen allesamt ein Begriff, stehen diesmal im Mittelpunkt der Ausstellung: Johanna K. Becker, Helga Gerken-Grieshaber, Kinki Texas und Michael Wutz. Daneben gibt es Skulpturen zu sehen, etwa von J. K. Becker, A. Fußbach, Kuijer, Schoenhotz, Voré und anderen Künstlern.

Markenzeichen

»Wie einem Traum oder einer Vorstellung entnommen schweben ihre Landschaftsmodelle, heißt es über die Malerin Johanna K. Becker und ihre Kunst. In den Bildern der 1980 in Worms geborenen Künstlerin gehen Wissenschaft und Kunst eine perfekte Symbiose ein. Künstlerische Perfektion und inhaltliche Tiefe sind das Markenzeichen der Künstlerin.

Kinki Texas, über den kein Geringerer als Martin Walser sagt, er erlebe die Welt als »Summe aller Kräfte der Verhinderung«, stellt seine ironischen, geschichtsträchtigen Bilder aus. Michael Wutz zeigt seine im Wortsinn »bestürzenden« Zeichnungen wie »…aus den Wolken gefallen…« oder »eins, zwei, drei«. Es sind schonungslose und persönliche Selbstdarstellungen in der Tradition eines Alfred Kubin.

Und Helga Gerken-Grieshaber schließlich zeigt bei der Ausstellung im Wolfacher Schlössle ihre Körperbilder, die den Körper als einen vielschichtigen Schauplatz begreifen und deren Betrachtung »Heftigkeit auslöst und eine erweiterte Körperlichkeit bewirkt«.

 


 

Veröffentlicht auf Nachrichten der Ortenau – Offenburger Tageblatt
https://www.bo.de/lokales/kinzigtal/vier-positionen-deutscher-zeichner-eroeffnet
Autor: Andreas Buchta

„Vier Positionen deutscher Zeichner“ eröffnet

09.10.2017
Wolfach

Neue Ausstellung im Museum Schlössle

Viele waren der Einladung des Galeristen und Kunstsammlers Helge Gerken zur Vernissage der Ausstellung »Vier Positionen deutscher Zeichner« am Sonntag im Wolfacher Museum Schlössle gefolgt, darunter auch etliche Künstler. Helge Gerken hielt die Laudatio, Helmut Neerfeld lieferte auf dem Akkordeon frei improvisierte, meisterliche, tiefgründige und stringent rhythmische Tangoklänge.

Vier Künstler unterschiedlichster Meisterschaft

Vier Meister ihres Fachs, jeder auf seine eigene, charakteristische Art, sind in der Ausstellung zu sehen: Da ist einmal der sich als exzellenter Individualist auszeichnende Michael Wutz, der mit seinen apokalyptischen Bildern auf Traditionen wie Kubin, Böcklin oder auch Dürer zurückgreift und neuerdings selbstkritische, oft Vulgäres enthaltende Arbeiten vorstellt. »Dies ist gewidmet jedem, der mich versteht, jedem, der weiß, dass das Nichtwissen sein größter Freund ist«, zitierte Helge Gerken den Künstler.

Dann ist da die Zeichnerin Johanna K. Becker, die sich in vielen Werke auf den Garten Eden bezieht, der als Sehnsuchtsort heute tief im kollektiven Gedächtnis verwurzelt ist. Im Kontrast dazu geht sie ihre Arbeiten mit wissenschaftlicher Akribie an. Von dem Bremer Künstler Kinki Texas hat Gerken zu seinem umfangreichen Fundus gerade ein weiteres Bild erworben. »Die Bildtitel sagen einiges über sein Werk aus«, fand er: Da werde verfremdete, ironisierte Geschichte vorgeführt, etwa erscheine Fürst Metternich als Cowboy oder Etzel als gespenstische Vernichtungsmaschine.

Als vierte Ausstellerin zeigt die »hauseigene« Künstlerin Helga Gerken-Grieshaber ihre anmutigen Kombinationen von Acrylfarbe und Kreide, mit denen sie ihr tiefes Verständnis für das Leben, für den Menschen und sein soziales Umfeld vor Augen führt. Ihre Körperbilder, etwa das 1996 entstandene »In der Faust«, begreifen den Körper als einen vielschichtigen Schauplatz verschiedenster dramatischer Abläufe.

Musikalische Begleitung mit sinnlichen Tangomelodien

Mit sinnlichen Tangomelodien, in wunderbarer Modulation und in hochkonzentriertem, stringent über alle fortissimi durchgehaltenem Rhythmus vorgetragen, beschloss Helmut Neerfeld hinreißend den »offiziellen Teil« der Vernissage im Museum Schlössle.

 


 

Veröffentlicht auf Nachrichten – Schwarzwälder Bote
http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.wolfach-die-junge-aufstrebende-kunst-im-museum.c67a898e-0773-4ba0-a9f6-9e549b7cd021.html
Autor: Frank Schrader

Die „junge, aufstrebende Kunst“ im Museum

10.10.2017
Wolfach

Die Vernissage hatte am Sonntag wieder zahlreiche Besucher und namhafte Künstler ins „Museum Schlössle Wolfach“ bei Kunst, Häppchen und Musik gelockt.

Zu einem beachtenswerten Treffpunkt der überregionalen Kunstszene hat sich das „Museum Schlössle“ in Wolfach von Kunstsammler und Kurator Helge Gerken entwickelt. Auch die Vernissage am Sonntag hat wieder zahlreiche Besucher und namhafte Künstler angelockt.

Bei Sekt und kleinen Häppchen gaben sich die Gäste ganz dem Augen- und Ohrenschmaus der aktuellen Ausstellung „Vier Positionen deutscher Zeichner“ hin, der ihnen hier auf höchstem Niveau präsentiert wurde.

Mit großer Sensibilität und Ausdruckskraft ging Helmut Neerfeld, der einst Lehrerkollege von Gerken am Gymnasium Hausach war, mit seinem Akkordeonspiel, über Tangorhythmen improvisierend, auf die gezeigten Werke ein. Sie stammen von Johanna K. Becher, Helga Gerken-Grieshaber, Kinki Texas und Michael Wutz.

Stimmengeflecht

Als Meditationen über die Auflösung der Form, der Struktur, der nur noch ein leeres Blatt folgen könnte, spannten sich die melancholischen Linien zu einem raumgreifenden Stimmennetz als Reflexion auf das Liniengeflecht der umgebenden Zeichnungen.

Helge Gerken umriss mit kurzen, fachkundigen Worten den Werdegang und die Anliegen der ausstellenden Künstler. Mit den Werken des von ihm entdeckten Wutz und Becher demonstrierte er einmal mehr seine besondere Vorliebe für junge, aufstrebende Künstler.
Von Becher sind Zeichnungen und in Polyester gegossene Skulpturen zum Themenkreis „Paradiesgärtlein“ zu sehen, einer ins 15. Jahrhundert zurückgehenden Idee eines Garten Eden. Mit ihrer sehr detaillierten Bildsprache verdeutlicht sie das Spannungsfeld zwischen Mensch und Natur, das Streben nach einer idealisierten Lebensweise.

Die Werke von Wutz mit ihren am Abgrund balancierenden Gestalten, doch eben gerade noch nicht ins Nichts stürzend, durchaus mit autobiografischem Hintergrund gemeint, weisen nicht zuletzt auch auf das große Thema der Apokalypse hin, mit der sich der Künstler schon mehrfach auseinandersetzte.

Präsident ist Thema

Texas gehört inzwischen schon zu den renommierten Künstlern, der mit seinem zum Teil recht skurrilen Figurenkabinett immer wieder überraschend frisch und ungestüm wirkt, stets mit einem Schuss Witz und Ironie. So mag manch ein Betrachter in dem 2016 entstandenen „All American Chief“ eine Anspielung auf den Ausgang einer viel diskutierten Präsidentenwahl erkennen. Auch ehemaligen Staatenlenkern und militärischen Führern verleiht Texas durchaus neue Facetten.

Mit Temperament

Schließlich sprach Gerken auch noch über eine „charmante, temperamentvolle Künstlerin“: seine Frau Helga Gerken-Grieshaber. Sie stellt mit ihren kraftvollen Acrylfarben- und Kreidewerken immer wieder ihr virtuoses Können unter Beweis. Darüber hinaus führt sie, wie es Professor Hans Gercke, langjähriger Vorsitzender des Heidelberger Kunstvereins, einmal schriftlich formulierte, zum „Wesen der Dinge“ hin und weckt Verständnis für „Geist und Gefühl“.